Peacebirds - Romanreihe - Für Erwachsene -

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Wir werden die Welt nicht retten, wollen aber dabei sein, ihren sicheren Untergang ein wenig aufzuhalten.

Wir - Peacebirds - sind eine weltweit agierende Gruppe von Frauen und Männern.

ARBEITSTITEL

Teil I

 

Agent ohne Auftraggeber - 1989

Episoden aus dem Leben des Jörg Braune, alias Jörg Wiesener, alias Jens Jansen, alias Kevin Baxter

Agent mit den zwei Gesichtern

Leseprobe

Agenten-Treffort "Genua", in Ottawa/Kanada

Ich nehme den Bus Preston/Carling  in Richtung Zentrum und steige Parliament aus. Das ist der erste Teil der Kontrollstrecke – öffentliche Verkehrsmittel, je nach Ausgangspunkt der Treffteilnehmer, mit mindestens einer Umsteigeempfehlung. Dann gehe ich die ausgewählte Kontrollstrecke ab und mache entsprechende Aufnahmen. Centennial Flame als Treffort zu wählen, halte ich für ungünstig, aber für einen Sichttreff durchaus als geeignet, immer Besucher, guter Überblick, leicht zu finden. Treffteilnehmer nähern sich über die Queen Street, in die Metcalfe Street. Das Restaurant Bridgehead wird kurz betreten und wieder verlassen, um mögliche Observanten zu erkennen. Dasselbe noch mal am Kiosk Capital Information,   dann weiter in Richtung Centennial Flame – nach Sichtkontakt – zu Fuß weiter via Wellington Street, zur Plaza Bridge. Die Brücke, die den Rideau Kanal überquert, dient der abwechselnden, gegenseitigen Kontrolle beider Treffteilnehmer auf eventuelle Verfolger. Das bedeutet, kurze Stopps – einer lässt den anderen, im Wechsel, passieren, um eine mögliche Observation festzustellen. Dann ist es bis zum eigentlichen Treff-Ort, dem Restaurant Joey Rideau nicht mehr weit, von der Brücke aus, die Rideau Street bis zum Colonel By Drive und rechter Hand empfängt das schmucke Restaurant, mit Außenbereich, seine Gäste, unter denen sich, hin- und wieder, womöglich auch Agenten, ein Stelldichein geben.

So, das wäre erst einmal geschafft. Als Reservetreffort schlage ich Mc Donalds, in der George Street, vor. Ein Reservetreffort ist  für den Fall notwendig, wenn irgendwelche unvorhersehbaren Ereignisse eingetreten sind, wie zum Beispiel, das Restaurant hat dicht gemacht, oder es ist geschlossene Veranstaltung, Havarie, Polizeieinsatz und ähnliches.

Alle Fotos im Kasten und die Nummern der Aufnahmen sorgfältig notiert und zugeordnet, denn die Spezialfilme können nur in der Zentrale entwickelt werden und da ist es wichtig, dass es mit der Nummerierung der Aufnahmen stimmt.

„Genua“, so der Deckname des Treffortes, ist erschaffen. 

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Quelle: dasbiber.at

alias Alexa - seit 1995 Mitglied im Team Peacebirds - verlor ihre Eltern im Jugoslawienkrieg

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Quelle biologie-seite.de

Wendehals

Bereits im Juni letzten Jahres, meldete ich mich unter der Berufsbezeichnung freier Fotograf,  beim Finanzamt an, was so kurze Zeit nach der Wende, für meine Begriffe, ganz schnell und unkompliziert, von statten ging.  Alles steht im Zeichen von Um- und Aufbruch und da ist jedes Unternehmen, auch wenn es noch so klein und bedeutungslos erscheint, willkommen. Und gerade auf den Ämtern im Osten, also im „Beitrittsgebiet“ sind die „neuen Beamten“ sehr beflissen, sind es doch zum großen Teil die Alten, die sich zu DDR-Zeiten, teilweise durch Überheblichkeit und Bevormundung hervortaten; natürlich nicht alle. Führungspositionen sind jedoch fast ausschließlich von „Wessis“ besetzt. Das steht Denen ja schließlich auch zu, nach der "Machtübernahme" des Westens über den Osten.

Die durch das Volk in der DDR hart erkämpfte Macht, wurde kampflos an die Bürokraten und Verwalter des Kapitalismus aus dem Westen übergeben – welch eine Ironie der Geschichte. Den Volksmassen, die vor kurzem noch lauthals proklamierten „Wir sind das Volk“, schien das egal zu sein, Bananen und Reisefreiheit sind wichtiger. Dafür kann man auch schon mal seine eigene Entwicklung leugnen und ein Teil menschlicher Würde verlieren, was immer ein Jeder für sich darunter zu verstehen vermag. Ein Zurück gibt es nicht mehr.

Viele ehemals „überzeugte“ SED-Mitglieder, vergaßen von heute auf morgen ihre politischen Überzeugungen und wendeten ihre Westen, eben genau in Richtung Westen.  Als Vogelliebhaber möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es für diese Vorgänge schon einen „Vorboten“ aus der Vogelwelt gab, den Wendehals, der Vogel des Jahres 1988.

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Ende und Anfang

Der Maskierte greift in seine rechte Beintasche, holt eine Pistole heraus und zieht den Verschluss zurück. Im selben Augenblick kann ich einen in der Ecke stehenden, etwa 1,80 m langen, Baumpfahl greifen und ihm, mit einem kräftigen Schlag auf beide Unterarme, die Waffe aus der Hand schlagen, die in einem knappen Meter Entfernung unter ein Regal rutscht. In einem Zug verlängere ich den Schlag auf die Knie. Er fällt, mit schmerzerfülltem Schrei, auf die Seite.

Ich springe auf ihn, kann seinen linken Arm zwischen meine Beine bekommen, schiebe meinen  Körper hoch und breche ihm das Ellenbogengelenk, ziehe mein Messer und versetze ihm einen Stich in die rechte Niere.

Das ist normalerweise tödlich, ohne einen Laut von sich zu geben. Er schreit jedoch höllisch auf. Ich hatte wohl einen Teil seines Gürtels getroffen, den ich unter seinem langen T-Shirt nicht wahrnahm. Ich ziehe die Drahtschlinge aus dem Messer und lege sie um seinen Hals. Er atmet kurz, wehrt sich kräftig und kann sich aus meinem Griff befreien. Warmes Blut läuft aus seinem Rücken auf meinen Körper.

Ich habe keine andere Wahl - ein günstiger Moment und ich setze ihn mit einem Hieb, an die tödliche Stelle am Hals, außer Gefecht.

Im gleichen Augenblick höre ich zwei Schüsse in Folge und spüre  dumpfe Einschläge auf meinem Rücken, ein weiterer Schuss trifft meinen Unterarm. Ich fühle keinen Schmerz.

Ich falle zu Boden und verliere das Bewusstsein. Jetzt erlebe ich das, worüber man schon oft lesen und hören konnte - im Unterbewusstsein zieht das gesamte, vorherige Leben an Einem vorbei…

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Sputniknews.com Jugoslawien - NATO-Einsatz